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Computer für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen: possunt quia posse videntur Drucken E-Mail

von Wilf O’Neill, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Sie lieben oder hassen (odi et amo?!) – wir alle tun wahrscheinlich beides – Computer und IKT aber werden bleiben, in den klassischen Sprachen genauso wie anderswo. Lehrerinnen und Lehrer der klassischen Sprachen haben im Großen und Ganzen die Möglichkeiten und Chancen von IKT angenommen, nicht nur, wenn man sich auf dem Laufenden hält, sondern manchmal auch, wenn man an der Spitze arbeitet (Ich denke dabei an die E-Learning Ressourcen für den Cambridge Latin Course, bei deren Gestaltung ich die Ehre und das Vergnügen hatte mitzuwirken).

Aber wo bleiben die Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen bei all dieser wundervollen Hardware und Software? Obwohl es stimmt, dass es einiger Anstrengung bedarf, um die Technologie benutzerfreundlich zu machen, muss ich zugeben, dass ich ohne diese Werkzeuge wie etwa elektronische Verstärker, Sprachrekorder und unterstützende Computertechnologie den Lehrberuf wahrscheinlich schon vor langer Zeit aufgegeben hätte! Dieser Artikel ist aus der Perspektive eines registrierten blinden Lehrers mit genug Sehkraft für erweiterte Bildschirmanzeige geschrieben (Obgleich ich Sprachausgabe habe, verwende ich diese nicht allzu oft).

Ich möchte hier beschreiben, wie Technologie eingesetzt werden kann, um Schülerinnen/Schüler und Lehrerinnen und Lehrer mit eingeschränktem Sehvermögen zu befähigen, auf klassische Materialien zuzugreifen. Ich möchte auch darüber nachdenken, wie diese Menschen, die solche Materialien erstellen, den Zugang zu ihnen verbessern können. Natürlich gibt es diesbezüglich nichts spezifisch Klassisches und die Probleme und Lösungen sind allgemein. Aber das sind auch die klassischen Sprachen.

Was nun folgt entspringt meiner eigenen Erfahrung als ein Mensch mit eingeschränktem Sehvermögen: Ich selber habe noch nicht mit vielen Menschen mit solchen Problemen zu tun gehabt. Ich bin mir auch der Tatsache bewusst, dass jeder anders ist und dass die beste Lösung für eine Person bei einer anderen vielleicht gar nicht funktioniert. Die Umgebung zu verändern, um sie für jemanden mit einem Sehproblem zu adaptieren, kann für die anderen User ungünstige Folgen haben. Ich selbst finde etwa gelben Text hilfreich und passte Outlook entsprechend an, wenn ich auf E-Mails antwortete, wobei ich vergaß (bis es mir ein Briefpartner sagte), dass dies bei meinen Mailempfängern in unmöglichem Gelb auf Weiß resultierte. Die praktischen Hinweise beziehen sich auf die Software, mit der ich am besten vertraut bin (Microsoft Windows XP Pro, Office Pro und Internet Explorer 6), aber die Prinzipien werden zweifellos auch für andere Systeme und Anwendungen gültig sein. Wichtig ist, dass wir uns als Lehrerinnen und Lehrer im Klaren sind, wie die IKT Ressourcen, die wir einsetzen, an die speziellen Bedürfnisse unserer Schülerinnen und Schüler angepasst werden können.

Der Einsatz von Computern – die Vermeidung von Problemen

Das Betriebssystem ist offensichtlich der Startpunkt. Verschiedene Einstellungen können die Elemente am Bildschirm besser zu erkennen und zu finden machen. Beachten Sie, dass Einstellungen für normale User oder solche mit anderen Behinderungen auch helfen können. Die Bildschirmtastatur zum Beispiel könnte nützlich sein, um das Layout zu erlernen, wo die Tastaturbelegung nicht leicht erkannt werden kann.

Das Gesamterscheinungsbild des Bildschirms kann ebenfalls durch Festlegung einer zuträglicheren Hintergrundfarbe geändert werden wie etwa hochkontrastigem Schwarz. (Es ist eine gute Idee, Tastaturkürzel für alternative Farbschemata einzusetzen, falls andere dieselbe Maschine verwenden und damit zur Normaleinstellung des Displays umschalten können. Auf jeden Fall muss man in der Lage sein, zu überprüfen, wie Webseiten bei anderen angezeigt werden, und einige Software und mancher Webinhalt ist so aufgebaut, dass schwarzer Text auf schwarzem Hintergrund erscheint, wenn hoher Kontrast eingestellt wird.)

Hinweise:

  • Verwenden Sie den Anzeigeassistenten, um den Text, Rollbalken und Symbolgröße und auch Farbeschemata zu konfigurieren (das Letztere ist auch unter Eingabehilfen im Zubehör zu finden)
  • entfernen Sie Bildschirmmüll wie etwa kaum oder nie verwendete Icons oder Symbolleisten
  • verwenden Sie Werkzeuge wie Lupe und Vorlesen
  • finden Sie einen fehlenden Mauszeiger durch Ziehen auf eine Bildschirmecke

Software

Programme variieren in der Leichtigkeit der Bedienung gewaltig. Anwendungsprogramme können gewöhnlich in einen bedienerfreundlichen Zustand gebracht werden, während andere Programmtypen große Schwierigkeiten diesbezüglich bereiten, außer sie wurden schon von vornherein auf Benutzerfreundlichkeit ausgelegt.

Hinweise:

  • Verwenden Sie die Lupenfunktion in Programmen wie Word und Excel, um den Text während der Arbeit zu vergrößern
  • erwenden Sie Tastenkombinationen
  • Verwenden Sie AutoText und AutoKorrektur für häufig verwendete Sätze oder Phrases, die Sie so vorformulieren können
  • Verwenden Sie Makros, um die Zahl der Tastenanschläge bei Routinevorgängen zu reduzieren

Internet

Heutzutage verwenden wir alle das Web regelmäßig und einige wenige Browsereinstellungen können einen großen Unterschied ausmachen.

Hinweise zu den Internetoptionen:

  • Wählen Sie Eingabehilfen und deaktivieren Sie Farb-, Schriftart- und Schriftgradangaben auf Webseiten
  • Verwenden Sie die eigenen Stylesheets
  • Wählen Sie Farben und Schriftarten und stellen diese nach Ihren Wünschen ein
  • Wählen Sie das Registerblatt Erweitert, um verschiedene Einstellungen für die Unterstützung von Bildschirmlesehilfen (Screen Readers) vorzunehmen
  • Schalten Sie die Anzeige von Bildmaterial aus, falls der User nichts damit anfangen kann
  • Verwenden Sie das Symbol Größe in der Symbolleiste, um die Textgröße zu verändern

Suchen Sie bei jeder Software nach Eingabehilfen. Outlook Hilfe bietet einen nützlichen Beitrag über die Erstellung von Officedokumenten für Behinderte an.

Die Erstellung von Programmen und Webinhalten

Es ist hier von höchster Wichtigkeit, dass sich Softwareentwickler und Webdesigner der Anliegen Behinderter und der aktuellen gesetzlichen Lage bezüglich Verfügbarkeit und Behinderung bewusst sind. Die Richtlinie sollte die Sicherung der Kompatibilität von Programmen und Webseiten mit unterstützenden Technologien für Behinderte sein. Spezielle Benutzereinstellungen sollten etwa nicht unterdrückt werden. Es ist allerdings unrealistisch von den Programmierern zu erwarten, dass sie alle ihnen zur Verfügung stehenden Tricks zur Attraktivitätssteigerung ihrer Entwicklungen außer Acht lassen werden, nur weil einigen Anwendern der Zugang zu allen nicht möglich ist. Es wäre genauso unrealistisch zu sagen, dass wir keine Bilder einsetzen sollten, da einige Anwender blind sind, oder dass wir keine Töne einsetzen sollten, da ja einige User taub sind. Es ist aber sehr wohl realistisch, darum zu bitten, Programme kompatibel für weitere Hilfen und bedienerfreundlich zu gestalten. Bei den meisten Programmen würde ein geringer Mehraufwand beim Programmieren benutzerdefinierte Einstellungen der Textanzeige und der Hintergrundfarben, was wahrscheinlich das Hauptanliegen für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen ist, ermöglichen.

Programme

  • Verwenden Sie benutzerdefinierte Einstellungen von Schriftart und Farben
  • Überprüfen Sie, ob ein Programm mit alternativen Farbschemata kompatibel ist: Ist der gesamte Text noch lesbar?

Webseiten

  • Verwenden Sie Alternativ-Text (alt tags) für Bilder
  • Verwenden Sie geradlinige Schriftarten ohne Serifen, wie etwa Arial mit einer Minimalgröße von 12 pt
  • Setzen Sie Farbe sorgfältig ein – das Zauberwort dabei ist Kontrast
  • Machen Sie die Benutzerführung einfach und intuitiv
  • Vermeiden Sie transparente Menüleisten mit Listen
  • Gehen Sie sorgfältig mit Pop-up Fenstern und Objekten, welche Probleme verursachen können, um
  • Beachten Sie, wie Bildschirmlesehilfen (Screen Readers) funktionieren:
  • Stellen Sie sicher, dass die Elemente als Listen, Absätze. etc. markiert sind
  • Erinnern Sie sich, dass die Seiten von oben nach unten gelesen werden, Tabellen zeilenweise von links nach rechts
  • Sprach-/Brailleanzeigen arbeiten besser mit reinem Text
  • Überprüfen Sie Ihre Webseite mit einem Webseitentester wie etwa Bobby (siehe unten)
Verwenden Sie Alternativ-Text (alt tags) für Bilder

Wenn dies alles nicht genug ist

Bisher ist es um bereits im Betriebssystem und in den Anwendungen integrierte Features gegangen. Für weniger schwere Fälle (und für jeden, wenn die Altersweitsicht einsetzt) mag dies ausreichen. Viele Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen jedoch werden wahrscheinlich bessere Lösungen wie Bildschirmvergrößerer (Screen Magnifier) und/oder Screen Reader Software, die mehr Einstellungen zulassen wie etwa die Möglichkeit, Farben nach Belieben zu invertieren (Das ist dann notwendig, wenn eine Programm oder eine Webseite normalen und inversen Text gleichzeitig anzeigt), benötigen. Der Site über Bildschirmvergrößerer, der unten aufgelistet ist, bietet nähere Informationen.

Nützliche Links

Computer and Software Zugänge

Screen Magnifiers Homepage: http://www.magnifiers.org
Hier finden Sie neben Informationen über Bildschirmvergrößerer und Screen Readers auch Informationen über alternative Mousesoftware und Sprachausgabe von Text.

Microsoft Ratgeber für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen: http://www.microsoft.com/enabe/guides/vision.aspx
Artikel über unterstützende Technologien und Einstellung von Computern für die Anforderungen bei Sehbeeinträchtigung (Einstellungen für Windows, Word und Outlook).

Zugängliche Macromedia Technologien (Überprüfung von Websites auf barrierefreien Zugang):
http://www.macromedia.com/macromedia/accessibility/gettingstarted/validate.html

Irish National Disability Authority IT Accessibility Guidelines (Web- und Anwendersoftware): http://accessit.nda.ie/index.html

Zugängliche IBM Softwaretechnologien:
http://www-3.ibm.com/able/guidelines/software/accesssoftware.html

Adobe und zugängliche Technologien: http://access.adobe.com/

Zugängliche Softwaretechnologien: http://www.vi-access.com/
Zugängliche Technologien von windowsbasierten Anwendungen für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen.

Web Zugang

World Wide Web Consortium Web Accessibility Initiative: http://www.w3.org/WAI/

World Wide Web Consortium Accessibility im Web Design: http://www.wd4a.co.uk/

RNIB Web Access Centre: http://www.rnib.org.uk/

Michigan State University Web Accessibility: http://www.msu.edu/webaccess/

University of Washington Accessible Web Design:
http://www.washington.edu/doit/Resources/web-design.html

National Arts Disability Center Designing Accessible Webpages for the Internet:
http://nadc.ucla.edu/dawpi.htm

Lernprogramme und didaktische Websites zugänglich machen: http://ncam.wgbh.org/cdrom/guideline/

Webseiten Tester: http://bobby.watchfire.com/bobby/html/en/index.jsp

Farbblindheit: http://www.vischeck.com oder http://www.wave.webaim.org