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Seventh CIRCE course for European classics teachers, Fano (Italy) July 8th - 15th 2012. Request a grant from your LLP national agency. Deadline for grant applications January 16th 2012. For more info click on CIRCE Courses in the Menu...

 
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Perseus Online Drucken E-Mail

von Julian Morgan, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
 
Der Platform Independent Perseus auf CD-ROM wird weiter unten rezensiert. Wenn Sie wissen wollen, um was es sich dabei handelt und wie wertvoll er als Ressource ist, dann lesen Sie hier weiter. Hinsichtlich des Nutzens bietet es dem/der Lehrer/-in, Wissenschaftler/-in, Schüler/-in ein schnelles und präzises Informationssystem an, welches seinesgleichen sucht.
 
Eine gewaltige Menge an Perseus Ressourcen stehen auch online unter http://www.perseus.tufts.edu zur Verfügung. Dieser Artikel untersucht zunächst, wie Perseus eingesetzt werden kann, um Texte in einer englischsprachigen Umgebung vorzubereiten, und dann, wie dies auch in nicht-englischsprachigen Schulen erfolgen kann.
 
Perseus in einer englischsprachigen Umgebung
 
Das Bildungssystem Großbritanniens hat in der Oberstufe Abschlussprüfungen auf zwei Stufen. Die GCSEs werden von den Schülerinnen und Schülern im 11. Schuljahr im Alter von 16 abgelegt. Danach werden im Alter von 18 die A Levels abgelegt. A Levels in Altgriechisch werden im ganzen Land nur von einer sehr kleinen Zahl von Schülerinnen und Schülern abgelegt (nicht mehr als ungefähr 200). Daher wird Altgriechisch nur von wenigen Schulen angeboten und der Unterricht findet in vielen Fällen lediglich als Beschäftigung für Mittagsklubs oder als Freigegenstand nach der Schule statt. Der effektive Umgang mit den zur Verfügung stehenden Zeitressourcen ist daher sehr wichtig.
 
Erst vor kurzer Zeit konnte einer meiner Schüler der Derby Grammar School seine Griechisch GCSE Prüfung bereits im Alter von 14 und seinen A Level im Alter von 16 ablegen, noch dazu mit den besten Zensuren. Ohne die Unterstützung von Perseus würden dies weder er noch ich geschafft haben. Der Schüler bereitete alle seine A Level Texte, darunter eine Auswahl von den Bacchen des Euripides und Homers Ilias, vor, indem er die Texte hinsichtlich des Vokabulars und mit Hilfe der in Perseus Online eingebauten Formenerkennung durchforstete. Jedes nachgeschlagene Wort wurde in eine Excel Tabelle eingefügt und er brachte einen Ausdruck davon zu jeder Stunde. Während der Unterrichtsstunde übersetzten wir den Text und nutzten die Gelegenheit, über die literarischen Effekte und den Inhalt zu sprechen, wobei er seine Aufzeichnungen händisch ergänzte.
 
Während des Unterrichts bezog ich mich auf die CD-ROM Version von Perseus, die für sehr rasches Finden von Text, Übersetzung, Nachschlagewerk, Atlas, Formenbestimmer und Lexikon sorgte. Da der Schüler außergewöhnlich begabt war, wurde ich selber gelegentlich an meine Grenzen herangeführt. Nichtsdestotrotz waren wir in der Lage, in ungefähr 30 Minuten 40 Verse der Ilias durchzuarbeiten. Der Text war dabei von meinem Schüler besser erforscht und bearbeitet als es mit Hilfe traditioneller Methoden gelungen wäre. Auch ich wurde viel effektiver bei meiner Arbeit unterstützt als wenn ich nur die traditionellen Buchressourcen (diese standen mir allerdings ebenfalls zu dieser Zeit im Zimmer zur Verfügung) eingesetzt hätte. Der Schüler fand durch eine Versuch heraus, dass sich seine Vorbereitungszeit mit Hilfe der Onlineressourcen in Relation zu den traditionellen Hilfsmitteln einer Textausgabe, eines Kommentars, eines Wörterbuchs, eines Grammatikbuchs und einer Übersetzung um 75 % reduzierte.
 
Man kann sich kaum eine bessere Art von Griechischunterricht bei dem großen Zeitdruck, welchem britische Lehrerinnen und Lehrer der klassischen Sprachen ausgesetzt sind, vorstellen. Perseus ist zu einem großen Teil auf Englisch aufgebaut. Daher kann es sein, dass seine Hilfe für andere europäische Lehrerinnen und Lehrer der klassischen Sprachen nicht ganz so effektiv wie für mich ist. Der Formenbestimmer allerdings steht allen zur Verfügung und verwendet allgemein gebräuchliche auf Latein aufgebaute Fachbegriffe. Abschließend sei erwähnt, dass der genannte Schüler der jüngste Prüfungskandidat des Landes im Jahr 2002 war. Sein Erfolg ist sicherlich ein Ausnahmefall, zumal die A Levels in diesem Gegenstand normalerweise nicht vorzeitig abgelegt werden. Es mag allerdings auch sein, dass nur überdurchschnittlich begabte Schülerinnen und Schüler so viel wie er vom Umgang mit Perseus profitieren und er bei weniger begabten Schülerinnen und Schüler sich als viel weniger effektiv herausstellen könnte.

Perseus für nicht-englischsprachige Schülerinnen und Schüler
 
Der oben skizzierte Ablauf könnte offensichtlich für Menschen mit englischer Muttersprache oder auch für Schülerinnen und Schüler anderer Länder außerhalb Großbritanniens, deren Englisch gut genug ist, um davon zu profitieren, sehr interessant sein. Was aber mit den Schülerinnen und Schülern in Europa, die gerne Perseus auf diese Art einsetzen würden, es aber nicht können, weil die sprachliche Barriere einfach zu hoch ist? Es scheint, dass sie ohne Perseus auskommen müssen, oder etwa doch nicht?
 
Eine Schlüsseleigenschaft des Perseus Online Systems ist, dass der Formenbestimmer die Wortformen in Tabellen ausgibt (siehe auch oben!). Bei den verwendeten Wörtern ist die linguistische Terminologie ähnlich. Auf das Lateinische zurückgehende Fachausdrücke wie Infinitiv sind im Französischen (infinitif), Italienischen (infinito) oder Englischen (infinitive) nicht sehr unterschiedlich. Wenn also ein/e Schüler/-in einen lateinischen oder griechischen Text aufruft, gibt es dabei nicht notwendigerweise eine Sprachbarriere. Das wirkliche Problem entsteht beim Gebrauch des Lexikons, wo Perseus Wörter sucht und deren Bedeutung auf Englisch anzeigt.
 
Eine Strategie könnte etwa sein, ein weiteres Fenster des Internet Browsers zu öffnen und Google (http://www.google.com) dort aufzurufen. Klicken Sie dann auf Sprachtools und es öffnet sich ein Fenster mit einem Übersetzungstool, welches Übersetzungen von Englisch ins Deutsche, Spanische, Französische, Italienische oder Portugiesische ermöglicht. Lassen Sie das Fenster geöffnet, während Sie Perseus auf die Art wie oben beschrieben einsetzen, und kopieren Sie den Text des zweiten Textfeldes im Perseus Word Study Tool, d.h. die englische Bedeutung, in das Übersetzungsfeld von Google. Das wird sicherlich etwas länger dauern, aber die damit erzielte Genauigkeit ist doch ziemlich hoch. Lassen Sie sich beim Betrachten des folgenden Screenshots Zeit, um den Text, die Analyse und englische Bedeutung sowie die Google Übersetzung vom Englischen ins Französische zu studieren.

Die folgende Rezension erschien im JACT Bulletin im Herbst 2000
 
Perseus 2, welches zuerst 1997 in Großbritannien erschien, ist eben erst mit dem gleichen Inhalt in einer neuen plattformunabhängigen Version, die auf Mac und PC lauffähig ist, veröffentlicht worden. Das ist eine gute Neuigkeit für PC User, die bisher auf die Perseus Webseite unter http://www.perseus.tufts.edu angewiesen waren. PIP (Platform Independent Perseus) gibt es in zwei Versionen – einer Vollversion und einer eingeschränkten Kurzversion.
 
Die Vollversion von PIP besteht aus vier CD-ROMs und enthält 24000 Farbbilder aus der antiken griechischen Welt, einschließlich 14500 Bilder von Vasen, 1000 Farbkarten und Satellitenbilder, und 3,4 Millionen Wörter von griechischen Texten. Es hat eine Sammlung von philologischen Werkzeugen, die es erlauben, die Texte zu studieren, analysieren und zu vergleichen. Die Kurzversion findet auf einer CD-ROM Platz und kommt mit 18000 Bildern weniger aus, obgleich es über Thumbnails von allen verfügt. Alles andere funktioniert analog zur Vollversion.
 
Wie immer betone ich, wie viel wir Greg Crane und dem Perseus Team an der Tufts University verdanken, deren Arbeit so immens wichtig für die Zukunft der klassischen Sprachen weltweit ist: Perseus ist zweifellos die wichtigste Software der Welt für die klassichen Sprachen und es ist einfach wunderbar, dass sie jetzt für alle Computerbenutzer zur Verfügung steht. Die Mac Version von PIP scheint identisch mit der PC Variante zu sein. Tatsächlich können dieselben CD-ROMs auf beiden Computersystemen mit gleicher Einfachheit benutzt werden. Besonders eindrucksvoll ist die Installation, die sehr wenig Aufwand, Zeit oder Speicherplatz benötigt. Es ist auch möglich, allerdings nicht für zart besaitete Neulinge, die Pfade benutzerdefiniert einzustellen, sodass Sie, sollten Sie nur ein CD Laufwerk haben, Images der CDs auf der Festplatte abspeichern können (2 Gigabyte Speicherplatz werden dafür benötigt) und Zugriff auf PIP haben, ohne jedesmal die CDs im CD Laufwerk wechseln zu müssen.
 
Perseus ist eine notwendige Investition für jede Bildungseinrichtung, wo Griechisch gelehrt wird, und jeden Kurs über griechische Kunst, Architektur oder Geschichte. Für diese Schulen, wo es nur einen eingeschränkten Zugang zu IKT gibt, bedeutet PIP einen enormen Ressourcenzuwachs im Fachkustodiat des Gegenstandes, da es eine umfassende Sammlung von Materialien der griechischen Welt sowohl für Schüler/-innen als auch für Lehrer/-innen erschließt. Die Komplexität von PIP darf jedoch nicht unterschätzt werden, und es ist eigentlich etwas enttäuschend, dass YUP sich entschlossen hat, keine gedruckte Bedienungsanleitung für die neue Software aufzulegen: Eine Bedienungsanleitung kann zwar heruntergeladen und dann ausgedruckt werden, aber das ist kein gleichwertiger Ersatz.
 
Es gibt noch weitere Enttäuschungen. Ich fand es unmöglich, griechische Wörter bei der Annäherungssuche auf einem Mac oder auch PC System zum Laufen zu bringen und musste auch einigermaßen frustriert zur Kenntnis nehmen, dass es nicht mehr länger möglich ist, ausschließlich den englischen oder griechischen Text anzuzeigen. Jetzt wird Griechisch links und Englisch rechts am Bildschirm angezeigt, sodass Studentinnen und Studenten der antiken Zivilisation immer mit ihrer Unfähigkeit, griechische Originaltexte zu entziffern, konfrontiert werden. Außerdem können Sie nichteinmal die Trennlinie zwischen den Anzeigebereichen beider Sprachen anpassen, was ein grundlegendes Element in Perseus 1 und 2 für Mac war.
 
Nicht alle Seiten haben funktionierende Symbolknöpfe wie bei Perseus 2, obwohl die zusammengesetzten Seiten voll damit ausgestattet sind. Andere fehlende Komponenten sind Jebb’s Anmerkungen zum Oedipous Tyrannos und offenkundig eingeschränkte Funktionen beim Abspeichern von Suchvorgängen, die man früher auf dem Mac im Notizbuch speichern konnte und so die Resultate als aktive Links für weitere Recherchen zur Verfügung hatte. All diese Dinge scheinen im Vergleich zu Perseus 2 für Mac übersehen worden zu sein.

Ich rate PC Anwendern, sobald als möglich die Vollversion von PIP zu erwerben und sich mit seinen Kapricen abzufinden. Es ist schneller und verlässlicher als das Internet und eine installierte Datenbank ist meiner Meinung nach immer einer Webseite vorzuziehen. Mac Anwendern hingegen gebe ich einen anderen Rat: Falls Sie bereits Perseus 2 haben und keinen PC einsetzen müssen, geben Sie sich nicht mit PIP ab – Was Sie bereits haben, funktioniert besser und Sie haben wahrscheinlich auch eine exzellente gebundene Bedienungsanleitung dazu. Es bleibt nur zu hoffen, dass PIP hinsichtlich der Software und dem Datenbankinhalt noch weiterentwickelt werden wird.